Jugendliche Identität als Thema der Curriculumentwicklung – das Beispiel PeriSCop

  • Ludwig Duncker
  • Matthias Fink

Abstract

Der Beitrag stellt Möglichkeiten einer ästhetischen Konstruktion von Curricula vor, in denen es um die Jugendsituation in den Ländern Slowenien, Tschechien und Deutschland geht. Diese Curricula sollen in Schule und Lehrerbildung dazu beitragen, Lernprozesse über das Selbstverständnis Jugendlicher in den beteiligten Ländern zu ermöglichen. Die Prinzipien und Beispiele gehen zurück auf ein von der Europäischen Union gefördertes trilaterales Projekt "PeriSCop" (Sokrates Programm: Comenius 2.1), an dem insgesamt sieben Institutionen der Partnerländer beteiligt sind. "PeriSCop" ist die Abkürzung für "Perspektivenwechsel in Schule und Curriculum mit europäischem Bildungsprofil in der Lehrer(aus)bildung" mit einer insgesamt dreijährigen Laufzeit (2002 bis 2005). Mit Curriculum meinen wir hier die Erstellung von fächerübergreifenden Lernmaterialien, die in der Sekundarstufe – bevorzugt in den Klassenstufen 7 bis 10 – eingesetzt werden können und dort eigenständige Prozesse der Auseinandersetzung mit dem Thema Jugend und jugendliche Identität ermöglichen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Frage nach der ästhetischen Gestaltung der Curriculum-Materialien. Die folgenden Ausführungen skizzieren zunächst die empirische Ausgangsbasis, die in Interviews und Fragebogenerhebungen ermittelt wurde. Die quantitativen Daten, die dabei gewonnen wurden, dürfen aufgrund der Anzahl der ausgewerteten Fragebögen als repräsentativ gelten. Die Interviews vermitteln zusätzlich qualitative Hinweise und authentische Aussagen, die für die Entwicklung der Curriculum- Materialien vielfältig aufgegriffen werden konnten (1). Für die Konstruktion der Curriculum- Materialien selbst wurden zwei grundlegende didaktische Prinzipien zugrunde gelegt: Das Prinzip des Perspektivenwechsels ist in der Didaktik eingeführt und in seiner Fruchtbarkeit vielfältig erschlossen. Es genügt hier, auf einige zentrale Bildungsgedanken hinzuweisen, die in ihm sichtbar werden (2). Dieses Prinzip gilt es dann in ästhetischer Hinsicht für die Konstruktion von Curricula zu erschließen (3). In einem letzten Teil wollen wir einige ausgewählte Beispiele aus unserer Curriculum-Werkstatt vorstellen, an denen wir den Prozess der Ideenentwicklung exemplarisch verdeutlichen möchten (4).
Published
2006-05-10