Abstracts

Bildungsstandards und wirtschaftsberufliche Bildung

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Andreas Fischer/ Volker Bank: Bildungsstandards und wirtschaftsberufliche Bildung

Angesprochen werden einige grundlegenden Aspekte der Bildungsstandarddebatte. Beim Versuch, Bezüge zur ökonomischen Bildung herzustellen, werden im Rahmen eines kurzen Ausblicks Fragen im Hinblick auf die Implementation von Standards im gegenwärtig diskutierten Sinne im Bereich der beruflichen Bildung formuliert.

 

Volker Bank: Bildungsstandards. Kritische Reflexionen zu einem Oxymoron

Der folgende Beitrag verfolgt das Anliegen, die Bildungsstandards auf ihre konzeptionelle und instrumentelle Eignung für das Ziel der Verbesserung der schulischen Erziehung durch ‚Outputsteuerung‘ kritisch zu überprüfen. Die Argumentation greift dabei vor allem konzeptionell-begriffliche und wissenschaftstheoretische Aspekte auf. Dabei zeigt sich eine fehlende Einbindung in den internationalen Diskurs der Pädagogik und zum längst gesicherten metatheoretischen Fundament des Falsifikationismus.

 

Günter Seeber: Zu den Möglichkeiten der Implementation von Bildungsstandards in der wirtschaftsschulischen Bildung

Im Anschluss an die Hinführung sowie die notwendige Eingrenzung der Ausführungen (Gliederungspunkt 1) wird darauf hingewiesen, wie heterogen die Profile, Inhalte und Ziele der Berufsbildung in Europa sind (Gliederungspunkt 2). Die Unterschiede werden gekennzeichnet, aber auch mit Erklärungsansätzen verknüpft.
Wird jedoch von der inhaltlichen Profilierung der Berufsbildung abstrahiert, so sind in Hinsicht auf die Curriculumstrategien und -prinzipien ähnliche Entwicklungen in verschiedenen europäischen Mitgliedstaaten zu beobachten, namentlich das Prinzip der Modularisierung sowie der competence-based-approach. Beide Prinzipien werden kurz gekennzeichnet, in einen curriculumtheoretischen Diskurs eingebunden und damit ansatzweise erklärt (Gliederungspunkt 3).
Vor dem Hintergrund der Ausführungen erfolgen abschließend (Gliederungspunkt 4) Anmerkungen zu den berufsbezogenen Standards im Rahmen der Europäischen Berufsbildungspolitik.

 

Matthias Pilz: Bildungsstandards für die Berufsbildung aus europäischer Perspektive am Beispiel Großbritannien: Darstellung, Einordnung und Konsequenzen für die deutsche Debatte

Bildungsstandards werden in diversen Ländern der EU in Zusammenhang mit der beruflichen Bildung diskutiert. Der vorliegende Beitrag skizziert die Standardisierung am Beispiel eines schottischen Modulangebots (SVQs) und vergleicht die Befunde mit den Gegebenheiten im deutschen Dualen System. Im schottischen Kontext ist neben dem Zusammenhang von Standardisierung und Modularisierung auch auf die korrespondierenden Konzepte des „competence based approach“ und der „Outputorientierung“ einzugehen. Dabei wird deutlich, dass die Verwendung identischer Begriffe in verschiednen Ländern wegen unterschiedlicher Bedeutungsinhalte zu Irritationen führen kann. Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass die britisch-schottische Standardisierung outputorientiert ausgerichtet ist, Mindestanforderungen setzt und einen Fokus auf Testwerte besitzt. Hingegen ist das deutsche Dualen System auf den Input ausgerichtet, definiert Lernziele sowie Kompetenzen als übergreifendes Konstrukt und fixiert damit ein eher durchschnittliches Erwartungsniveau.
Weiterhin wird im internationalen Kontext für eine weite Fassung und damit Definition des Begriffs der Standards bzw. Standardisierung plädiert, da eine alleinige Fokussierung auf Bildungsstandards andere wichtige Elemente der Normierung eines (Berufs-) Bildungssystems ausblenden würde. Dieser Sachverhalt gilt auch vor dem Hintergrund neuster Entwicklungen auf EU-Ebene, wie der Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (European Qualification Framework, EQF) und eines Kreditpunktesystems (European Credit Transfer System in Vocational Education and Training, ECVET).

 

Dietmar Frommberger: Merkmale und Funktionen von „Bildungsstandards“ in der Berufsbildung: Eine Analyse der Tradition und Entwicklung in ausgewählten europäischen Ländern und in der Europäischen Berufsbildungspolitik.

Die aktuellen Vorschläge zur Einführung von Bildungsstandards an unseren Schulen arbeiten mit einem der Expertiseforschung entnommenen Domänenbegriff und mit dem Kompetenzmodell der Kognitionspsychologie. Beides steht im Widerspruch zur berufsschulischen Praxis bzw. zur berufspädagogischen Tradition: Domäne und Lernfeld kontrastieren ebenso wie das Handlungskompetenzmodell und das in den Vorschlägen zugrunde gelegte Kompetenzmodell. Der folgende Beitrag soll zeigen, dass trotz dieser Divergenzen eine Implementation von Bildungsstandards in der wirtschaftsschulischen Bildung möglich ist. Die Lösungen werden im Rückgriff auf Ergebnisse der fachdidaktischen Forschung und auf jene der Kompetenzdiagnostik in der beruflichen Weiterbildung entwickelt.

jsse, sowi-online e.V.
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