Sachanalyse Globalisierung

Abstract
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  Inhalt
  0. Vorbemerkungen
  1. Ein Anschlag auf die Globalisierung?
  2. Was ist Globalisierung?
  3. Plädoyer für eine differenzierte Auseinandersetzung
  3.1 Ursachen
  3.2 Abgrenzung
  3.3 Weltwirtschaftsordnung
  3.4 Globalisierungsgrade: Bestimmung anhand konkreter Merkmale
  3.5 Auswirkungen auf den Standort Deutschland
  3.6 Die Steuerung des Globalen
  3.7 Global Governance - eine Zukunftsperspektive zur Rückgewinnung der Steuerungsfähigkeit?
  4. Methodische Anregungen
  Anmerkungen
  Literatur

Eberhard Jung, Ingo Juchler

0. Vorbemerkungen

Globalisierung kennzeichnet einen Sammelbegriff, der in unterschiedlichen Sichtweisen und Zusammenhängen seine Anwendung findet. Er umschreibt Modernisierungsprozesse, die mit einer weltweiten Vernetzung nationalstaatlich entgrenzter Subsysteme (Märkte, Technologien, Lebensformen) einhergehen, mit vielfältigen Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche des Zusammenlebens. Die damit einhergehende wirtschaftliche Integration impliziert ein Wachstum des Welthandels, welches stärker ist als das zugrunde gelegte Wachstum der Weltproduktion. Dennoch kennzeichnet die Globalisierung kein grundlegend neues Phänomen. Sie muss als Fortsetzung bereits bestehender Entwicklungen verstanden werden, die durch neue Rahmenbedingungen zu einer dynamischen Ausprägung gelangten.

Kein anderer Begriff spaltet die Gesellschaft so in Befürworter und Gegner, wie der der Globalisierung. Während die einen Verbesserungen in der weltweiten Arbeitsteilung und des Freihandels mit wohlfahrtssteigernder Wirkung für alle erwarten, befürchten die anderen ein Herunterkonkurrieren von Errungenschaften des Sozialstaats und weitere Unsicherheiten in den Arbeitsverhältnissen. Das Spannungsverhältnis zwischen den Hoffnungen der Befürworter und den Befürchtungen der Kritiker bildet die Basis für sozialwissenschaftlich orientierte Lernprozesse, die die Grenzen beteiligter Fachdisziplinen (Politikwissenschaft, Ökonomie, Geschichte) überwinden. Gegenwartsbezug und Zukunftsbedeutung, Schüler- und Problemorientierung, Kontroversitätsgebot und Überwältigungsverbot umschreiben ein didaktisches Instrumentarium, das im Thema Globalisierung seine Anwendung findet.

Die Sachanalyse ist der Teil der Unterrichtsvorbereitung, in der sich der Lehrende einen Überblick über die fachwissenschaftlichen Inhalte erarbeitet. In den didaktisch-methodischen Argumentationszusammenhang eingebunden gilt es, Klarheit über den Gegenstandsbereich zu erzielen, seine neue Qualität zu verdeutlichen und diese von bisherigen Formen zu unterscheiden. Ebenso sind Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen zu reflektieren. Diese Funktion der Sachanalyse lässt sich mit der Bezeichnung Wissenschaftsorientierung zusammenfassen. Ebenfalls dient die Sachanalyse der Vorbereitung und Begründung didaktischer Entscheidungen und der Offenlegung des Gegenstandsbereichs als Qualifizierungs- und Sozialisierungsaufgabe (Gagel 1999: 222f).

Die Sachanalyse Globalisierung stellt einen Versuch dar, einen ambivalenten Begriff für den sozialwissenschaftlichen Unterricht aufzubereiten und ihm Konturen zu verleihen. Der Einbeziehung aktueller Ereignisse ist dabei eine besondere Bedeutung beizumessen.

1. Ein Anschlag auf die Globalisierung?

Das "Ende der Globalisierung?", so titelte ein namhaftes Wirtschaftsjournal neun Tage nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon und wertete die Untaten als "Anschlag auf die Globalisierung", deren Folgen Konjunktur, Unternehmen und internationale Finanzmärkte bedrohten. Die Terroranschläge stürzten eine ohnehin schwache globale Konjunktur in die Rezession und die Globalisierung, als der dominierende Trend des vergangenen Jahrzehnts, gerate ins Stocken (Wirtschaftswoche 39/2001, S. 24ff.). Dass der Anschlag auf das World Trade Center die Weltwirtschaft zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt traf, ist offenkundig. In den USA, Euroland und Japan stagnierte die Produktion und keine dieser wirtschaftlichen Führungsregionen sah sich in der Lage, die Rolle der Konjunkturlokomotive zu übernehmen. Auslandsinvestitionen, Unternehmensübernahmen und Fusionen haben zudem in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten zu einem hohen Grad wirtschaftlicher Verflechtung geführt, die die Dynamik des gemeinsamen Abschwungs beschleunigt hat (ebd.: 24).

Die (welt-)wirtschaftlichen Implikationen des Anschlags auf das World Trade Center sind mithin evident. Darüber hinaus richtete sich dieser Anschlag jedoch nicht allein auf die wirtschaftliche Globalisierung, sondern stellte einen Angriff auf westliche Werte - Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit - allgemein dar (Kaldor/Held 2001). Diese westlichen Werte werden insbesondere in Ländern der sogenannten Dritten und Vierten Welt mit der gleichfalls als westliches Phänomen wahrgenommenen ökonomischen Globalisierung gleich gesetzt. In der Folge werden die westlichen Werte auch mit den negativen Auswirkungen der ökonomischen Globalisierung in diesen Ländern der südlichen Hemisphäre identifiziert und zum Teil abgelehnt. Der Anschlag auf das World Trade Center löste eine umfängliche Debatte um diesen Zusammenhang von ökonomischer Globalisierung und westlichen Werten aus, in deren Mittelpunkt neben Gerechtigkeitsfragen auch solche um die politische Steuerungsfähigkeit weltwirtschaftlicher Prozesse stehen.

2. Was ist Globalisierung?

Wie nachstehende Beispiele zeigen, kann Globalisierung in ihrer allgemeinsten Form als "Entgrenzung" umschrieben werden, die sowohl die Reichweite von Prozessen als auch deren Intensität umfasst:

Alle drei "Entgrenzungsbeispiele" verweisen darauf, dass die implizierte Dynamik von ökonomischen Prozessen gespeist wird. Neue Rahmenbedingungen nutzend, entgrenzen sich Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Informationsströme sowie die mit ihnen einhergehenden Konkurrenzverhältnisse. Trotz einer Dominanz des Ökonomischen meint die Bezeichnung Globalisierung jedoch weit mehr als reine ökonomische Transformationen. Sie umschreibt Modernisierungsprozesse einer weltweiten Vernetzung nationalstaatlich entgrenzter Subsysteme (gesellschaftlich, politisch, ökonomisch) mit vielfältigen Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche des bisherigen Zusammenlebens. Im entsprechenden Sinne definiert Ulrich Beck (1997: 13) die Globalisierung als "Ausbruch des Politischen aus dem kategorialen Rahmen des Nationalstaates" und verweist auf eine enge Verknüpfung ökonomischer Ursachen und deren politischen Folgen.

Globalisierung umschreibt einen unscharfen Sammelbegriff weltwirtschaftlicher Strukturveränderungen, der die alte Bezeichnung "internationale Arbeitsteilung" abgelöst hat und sowohl von marktorientierten Liberalen als auch von weltmarktkritischen Linken verwandt wird. Jedoch handelt es sich dabei nicht um ein grundlegend neues Phänomen. Sie bildet die Fortführung einer bestehenden Entwicklung (Internationalisierung), die durch neue technologische Möglichkeiten und marktspezifische Liberalisierungen zu einer dynamischen Ausprägung gelangten. Im Zusammenwirken des technischen Fortschritts (Mikroelektronik, Computertechnik, sinkenden Transportkosten) mit politisch-administrativen Entscheidungen (Deregulierung, Liberalisierung) wurde eine neue Qualität weltweit vernetzter Aktivitäten möglich, die den bisherigen Formen der Internationalisierung von Unternehmensaktivitäten einen dynamischen Schub versetzten. Während die Internationalisierung die starre Arbeitsteilung zwischen den Nationalstaaten über die Ausweitung der Austauschbeziehungen zur Nutzenoptimierung nationaler Volkswirtschaft zu überwinden versucht, muss sich im Globalisierungsprozess das nationale Interesse den Interessen der globalen Akteure unterordnen. Die immer mächtiger werdenden transnationalen Unternehmen (global players) investieren, produzieren und vermarkten in weltweiten Netzwerken im Zeichen technischer, finanzieller, steuerrechtlicher, arbeitsmarktspezifischer und administrativer Optimierungen, während die Staaten in ihren nationalen Grenzen verbleiben.

Wenn Globalisierung die aktuelle Erscheinungsform von Internationalisierung bildet, stellt sich die Frage, ob zur Umschreibung des Neuen eine eigene Begrifflichkeit erforderlich ist. Einerseits bleiben die sie konstituierenden Prozesse immer Elemente der Internationalisierung, andererseits implizieren die von der Mikroelektronik, Computertechnik und ihren Anwendungen getragenen technologischen Veränderungen qualitative Aspekte, die mehr sind als die Evolution des Bisherigen. Die weit vertretene Auffassung, dass die grundlegenden technologischen Veränderungen Bestandteile einer dritten Industriellen Revolution sind, rechtfertigt zweifellos die Verwendung eines eigenständigen Begriffs.

Wirtschaftstheoretisch lässt sich die Globalisierung als dynamisierender Faktor im "fünften Kondratieff" definieren, jener auf der Basisinnovation Informations- und Kommunikationstechnik begründeten Langwelle wirtschaftlicher Entwicklungen, in der die große Mehrheit der Arbeitsplätze in Anwendungsbereichen der Basisinnovationen entstehen oder von ihnen neu- bzw. umgestaltet werden. Dynamisierend wirkt sie deshalb, weil die kumulierten neuen Möglichkeiten den Rahmen nationaler Volkswirtschaften überschreiten, um auf einem höheren Niveau Synergieeffekte freizusetzen. Wie in jeder anderen Langzeitwelle existiert ein von den Basisinnovationen getragenes technologisch-ökonomisches Paradigma, das neue Anforderungen an die Qualität des Sach- und Humankapitals stellt und Veränderung von Institutionen bewirkt. Das Paradigma des "fünften Kondratieff" geht mit der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen einher, die einen Modernisierungsprozess in Gang gesetzt haben, der das Bildungs- und Arbeitssystem selbst grundlegend verändern wird. Die Masse der Arbeitsplätze wird nicht mehr im tertiären Bereich der Dienstleistungen und erst recht nicht im primären Sektor (Landwirtschaft) oder im sekundären Bereich (Industrie) entstehen, sondern im quartären Sektor, also im Informations- und Kommunikationsbereich (Jung 2000: 59).

Doch nicht nur Unternehmen, Kapital- und Handelsströme globalisieren, auch der Widerstand gegen die Globalisierung trägt globale Züge. Konferenzen der Welthandels- und Finanzorganisationen werden von umfassenden Protestaktionen begleitet, die von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unter Zuhilfenahme der Errungenschaften der Globalisierung organisiert werden. Die Intensität des Globalisierungsprotestes steigt. Von der Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle (30.11.-03.12.1999) bis zu G 8 Gipfel in Genua (20.-22.07.2001) ist eine Eskalation von Gewalt und Gegengewalt beobachtbar. Dabei mutiert die Globalisierung zum Sammelbegriff für alles Negative, zum Feindbild des Antikapitalismus, Antiamerikanismus und Modernisierungsfrustrationen bündelt.

3. Plädoyer für eine differenzierte Auseinandersetzung

Urteilsfähigkeit und Handlungsfähigkeit gelten als personelle Befähigungen des mündigen Bürgers. Dabei erfordert das Bildungsziel Urteilsfähigkeit die angemessene Analyse, ein Abwägen, ein Sich-Positionieren und Stellung beziehen, ohne dass direkt persönlich gehandelt werden muss. In vielen Lebenssituationen sind darüber hinausgehende Fähigkeiten erforderlich, die auf ein konkretes Handeln zielen (Handlungsfähigkeit). Beide Zielkategorien bedingen sich gegenseitig. Die Urteilsfähigkeit bildet die Grundlage für jedes (planvolle) Handeln, ebenso sollten Beurteilungen nach einer handelnden Umsetzung tendieren. Dabei ist Handlungsfähigkeit als ein latentes Potential verstehbar, das sich im Zusammenhang mit affektiven Komponenten (Motiven, Interessen, Bedürfnissen) manifestiert.

Fragt man nun nach der Bedeutung der Globalisierung für Lernende (der Sekundarstufe II), fällt auf, dass einfache Schwarz-Weiß-Klischees wenig hilfreich erscheinen. Jugendliche leben weitgehend in einer von Globalismen durchdrungenen Welt. Sie ernähren sich mit Lebensmitteln globalen Ursprungs und kleiden sich entsprechend, sind (zumeist) der Leitsprache der Globalisierung mächtig, genießen Formen globaler Kultur und nutzen ihre Kommunikationsmittel. Darüber hinaus wissen viele, dass anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten der Zukunft nicht mehr unbedingt in der Heimatregion zu finden sind, dass sich die Welt mehr und mehr in ein "globales Dorf" verwandelt. Andererseits haben sie klare Vorstellungen über Formen der Gerechtigkeit und wissen, dass der Reichtum auf der Welt nicht gerecht verteilt ist. Sie registrieren, dass nahezu bei jeder Fusion Arbeitskräfte frei gesetzt werden und verspüren die tiefe Ambivalenz, die mit dem Begriff Globalisierung einhergeht (Fischer 1998: 51).

Will man sich im Spektrum der Argumente von Befürwortern und Gegnern rational positionieren, gilt es Urteilsfähigkeit über die schillernde Begrifflichkeit der Globalisierung zu erlangen. Es gilt die neue Qualität des Begriff inhaltlich zu fassen und ihn von anderen Formen grenzüberschreitenden Wirtschaftens (Internationalisierung, Regionalisierung) abzugrenzen. Dabei erscheint die Offenlegung (und Trennung) von Ursachen, Merkmalen und Auswirkungen erforderlich. Schwierig dabei ist, dass sich vorhandene Probleme und Institutionen, wie z.B. die Weltwirtschaftsordnung und der Nord-Süd-Gegensatz mit der neuen Qualität überlagern und die Globalisierung von ihren Kritikern in Generalhaftung genommen wird. So wurde beispielweise die Asienkrise durch spekulative Machenschaften in der globalen Marktwirtschaft ausgelöst, ihre eigentliche Ursache ist jedoch in den seit dem Zusammenbruch der Weltwirtschaftsordnung von Bretton Woods (1971) floatenden Wechselkursen zu sehen. Auch gebührt der Frage, ob die Globalisierung die Welt immer mehr in arm und reich spaltet oder ob die Entwicklungsländer, die sich von den gegenwärtigen Entwicklungen abschotten (bzw. abgeschottet werden) größere Nachteile erfahren, einer genaueren Betrachtung.

Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Globalisierung sollte einen kontroversen Einstieg (pro und kontra Globalisierung) beinhalten und die Verwobenheit des Phänomens mit politischen und kulturellen Prozessen verdeutlichen:

3.1 Ursachen

Es muss den Lernenden deutlich werden, dass der technische Fortschritt (Computertechnik, Kommunikationstechnik), die Liberalisierung des Welthandels (Gatt- und Uruguay-Runden) und die Deregulierung im Zusammenwirken mit fallenden Transport- und Kommunikationskosten eine neue Qualität grenzüberschreitenden Wirtschaftens ermöglicht hat, die als Globalisierung bezeichnet wird. Mit der Reduzierung der Kosten für Raumüberwindung und Informationsübertragung stieg der Mobilitätsgrad der meisten Produktionsfaktoren, wodurch deren Standortgebundenheit abnahm. In Anwendung der rasanten technischen Entwicklung im Bereich der Informationsübertragung und Informationsverarbeitung revolutionierten sich die Gestaltungs-, Koordinations- und Kontrollmöglichkeiten international agierender Unternehmen (Jung 1999: 100).

3.2 Abgrenzung

Es muss den Lernenden deutlich werden, dass sich die Globalisierung durch die genannten Faktoren von bisherigen internationalen Wirtschaftsbeziehungen abhebt. Dabei kennzeichnet die Bezeichnung Internationalisierung jede Form grenzüberschreitender Aktivitäten, sie steht synonym für die Zunahme weltwirtschaftlicher Integration. Internationalisierte Unternehmensmerkmale werden zwischen Bestands- (z.B. Anzahl der Betriebe, investiertes Kapital, Beschäftigte, Aktionäre usw.) und Bewertungsgrößen (Investitionen, Forschung und Entwicklung, Umsatz/Absatz, Zinsen, Steuern, Gewinne usw.) unterschieden (Germann u.a. 1996: 32f.). Die Regionalisierung kennzeichnet eine Sonderform der Internationalisierung. Sie beschreibt eine "Verdichtung" im Netz der Handel betreibenden Volkswirtschaften (Binnenmarkt, Wirtschafts- und Währungsunion). Dabei liegen die gruppenbildenden Nationen in der Regel in unmittelbarer geographischer Nähe. Durch die Schaffung regionalisierter Wirtschaftsräume (EU, Asean, Nafta, Mercosur) wird relativ risikoreicher Außenhandel (Inflation, Währungsschwankungen) zum risikoarmen Binnenhandel, wodurch der Austausch an Waren, Dienstleistungen und Kapital intensiviert wird. Deshalb gilt Regionalisierung als Schutz vor den Widrigkeiten globaler Weltmärkte (Beck 1998: 21f.).

3.3 Weltwirtschaftsordnung

Die Lernenden sollen verstehen, dass die Weltwirtschaftsordnung den Ordnungsrahmen der Globalisierung bildet. Diese darf nicht als statisch angesehen werden, da z.B. jede WTO- Vereinbarung den Ordnungsrahmen für die internationale Wirtschaftsbeziehungen verändert. Mit der Bezeichnung internationale Wirtschaftsbeziehungen wird die Gesamtheit von Warenhandel, Dienstleistungsverkehr, unentgeltliche Übertragungen, Kapitaltransaktionen und der grenzüberschreitenden Arbeitskräftebewegungen umschrieben (Yenal 1996: 546f.). Sie beinhaltet ein ökonomisches Instrumentarium, das eine qualitative und quantitative Beurteilung grenzüberschreitender Aktivitäten ermöglicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die weltwirtschaftlichen Beziehungen unter Führung der USA in den Säulen Welthandelsordnung und Weltwährungsordnung neu geordnet und institutionell im GATT (ab 1995 WTO), dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie der Weltbankgruppe verankert.

Rückblickend wird das "klassische System von Bretton Woods" (1) (1946 bis 1971) als sehr erfolgreich bewertet. Die Inflationsraten und die langfristigen realen Zinssätze waren geringer und die Wachstumsraten höher als in der folgenden Periode floatender Wechselkurse. Ebenfalls blieben die Unterschiede in den regionalen Wirtschaftsleistungen in den sechziger Jahren eher begrenzt. So betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandproduktes in den OECD-Ländern fünf, in Lateinamerika vier und in Asien sechs Prozent (James 1997: 117).

Jedoch wich dieses System bereits von den von J. M. Keynes unterbreiteten Vorschlägen ab (dazu Singer 1997: 233-240). So wurde die auf der Havanna-Konferenz beschlossene Einrichtung einer internationalen Handelsorganisation (ITO) nie gegründet, da der amerikanische Kongress die Ratifizierung verweigerte. Ebenso wurde das die Projektfinanzierung der Weltbank ergänzende multinationale Hilfsprogramm für die ärmsten Länder nicht realisiert. Dieses sollte unter der Regie die Vereinten Nationen (2) gestellt werden, die man sich als eine der Weltbank und dem IWF übergeordnete Organisation vorstellte. Die "Deformation des Bretton-Woods-Systems" zeigt sich u.a. auch in seiner Abkehr vom ursprünglich vorgesehenen, auf Vollbeschäftigung ausgerichteten expansiven Wachstum ("Keynes-Konsens") durch die Prioritätsverschiebung auf die Inflationsbekämpfung und die Wahrung des gesamtgesellschaftlichen Gleichgewichts ("Washington-Konsens", Singer 1997: 235, 238).

Als am 15. August 1971 Präsident Nixon die Goldeinlösepflicht aufhob, bedeutete dies die formelle Beendigung der Weltwährungsordnung von Bretton Woods. Der Versuch bei gleichzeitiger Dollarabwertung zu festen Wechselkursen zurückzukehren scheiterte. Nach der Erweiterung der Schwankungsbreiten errichteten die EG-Länder im Frühjahr 1972 den Europäischen Währungsverbund, dessen "Blockfloaten" zunächst toleriert und auf der Jamaika-Konferenz 1976 akzeptiert wurde (Matis/Stiefel 1991: 148f., 160ff.).

Um den Übergang zu flexiblen Wechselkursen wurde hart gerungen, denn das Problem hatte weitreichende Auswirkungen auf die weitere weltwirtschaftliche Zusammenarbeit. Ein Scheitern drohte die Welt in rivalisierende Handelsblöcke zu spalten (James 1997: 145). Wilhelm Hankel (1997: 61f.) fasst die Ergebnisse von über zwanzig Jahren "Float-Erfahrung" ernüchternd zusammen. Noch niemals zuvor habe es

3.4 Globalisierungsgrade: Bestimmung anhand konkreter Merkmale

Die Lernenden sollen in die Lage versetzt werden, Globalisierungsgrade zu beurteilen. Wenn Globalisierung eine neue Qualität darstellt, muss deren Ausprägung anhand konkreter Merkmale, deren Entwicklung und Verhältnisse zueinander bestimmbar sein. Entsprechende Größen sind: die Entwicklung der Weltproduktion, des Welthandels, der internationalen Kapitalmärkte, Auslandsinvestitionen, Übernahmen und Fusionen. Im Zeitalter der Globalisierung verdeutlicht die Analyse dieser Daten einen überproportionalen Anstieg der grenzüberschreitenden Finanzaktivitäten gegenüber des Welthandels, der wiederum überproportional zur Weltproduktion ansteigt (Lichtblau 1997: 49). Dominierten in früheren Jahren Direktinvestitionen und Beteiligungen, so sind des gegenwärtig Übernahmen und Fusionen. Die weltwirtschaftliche Verknüpfung verdeutlicht sich auch anhand von Netzwerken (Verkehrsnetz, Handelsnetz, Kommunikationsnetz) und dem Grad ihrer Verknüpfung. Dadurch wird das Splitten der Wertschöpfungsketten möglich, bei der die nationalen Steuerstaaten oftmals das Nachsehen haben. (3)

3.5 Auswirkungen auf den Standort Deutschland

Die Lernenden sollen die Auswirkungen der Globalisierung auf den Standort Deutschland beurteilen. Hier empfiehlt sich, eine Unterscheidung in Güter-, Finanz- und Arbeitsmärkte zu treffen und die Folgen auf den Sozialstaat zu analysieren. Als die Globalisierungsdebatte in der Bundesrepublik Deutschland in der zweiten Hälfte der 1990-er Jahre die Standortdebatte ablöste, trug die Diskussion irrationale Züge. Deutsche Arbeit sei zu teuer, zu kurz und zu unflexibel, Steuern und Umweltabgaben zu hoch und das Sozialsystem unbezahlbar, so lautete das Credo der marktliberalen Kritik. Gegenwärtig ist in der Debatte ein weitgehende Versachlichung eingetreten. Seit jenen Tagen jagt Deutschland von einem Handelsbilanzüberschuss zum nächsten. Selbst wenn der schwächelnde Euro dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt wird deutlich, dass sich eine wiederholte pro Kopf bezogene Exportweltmeisterschaft nicht mit dem Ausmaß an Standortkritik verträgt.

Gleichwohl muss es als gesichert angesehen werden, dass die zunehmende Integration der Volkswirtschaften zu einer Weltwirtschaft auch in Deutschland die Fähigkeit der Regierung untergräbt, "über Steuern Mittel umzuverteilen oder großzügige Sozialprogramme einzuführen". Der Rückzug des Staates (Deregulierung) und das Schrumpfen der sozialen Sicherungssysteme gelten als nationale Kehrseiten der internationalen Integration (Rodrik 2000: 82f., 105).

Große Sorgen bereitet jedoch der Bildungsstandort Deutschland. Gegenwärtig rächen sich die vielen, im Zusammenhang mit den Sparbeschlüssen in den frühen 1990-er Jahren durchgeführten Verschlechterungen der Rahmenbedingungen von Bildung. Dabei wurde negiert, dass die Zukunftsressourcen Bildung und Ausbildung gerade vor dem Hintergrund einer sich globalisierenden Welt einen besonderen Stellenwert besitzt. Zu dessen Verdeutlichung erscheint eine genauere Betrachtung zukünftiger Arbeitstypen (Reich, R. 1993: 191ff.) hilfreich. Dabei wird deutlich, dass die monotonen, routinemäßigen Arbeitsplätze der Massenproduktion unter doppeltem Modernisierungsdruck stehen. Einerseits fallen sie der Automation und Rationalisierung zum Opfer, andererseits sind sie dem immer schärfer werdenden globalen Wettbewerb ausgesetzt. Wegen ihres weitgehenden Routinecharakters geraten, die im direkten Kontakt mit dem Kunden, Patienten oder Klienten zu erbringenden Dienstleistungen ebenfalls unter einen wachsenden Rationalisierungsdruck, wobei die Anwendung neuer Technologien und neuer Produktionskonzepte auch hier eine Vielzahl arbeitsplatzersetzender Anwendungen ermöglicht.

Wenn die Arbeitsplätze der Massenproduktion tendenziell die aufgezeigte Entwicklung nehmen und der Dienstleistungsbereich nicht die erhoffte Entlastung erbringen vermag, wird deutlich, dass die Standortsicherung reifer Volkswirtschaften in der globalen Weltwirtschaft nur über die Erlangung von Produktivitätsvorteilen im Rahmen der Optimierung vorhandener bzw. ausbaufähiger Ressourcen erfolgen kann. Hoch entwickelte Mensch-Maschine-Systeme und intelligente Arbeitsorganisationsformen ermöglichen hohe Produktivitätsgrade, die teuere Arbeit rentabel werden lässt. Sie befähigen zur Schaffung innovativer Produkte, was Formen kreativen Arbeitens von allen betrieblich Beteiligten erfordert. Hierzu sind, neben einer förderlichen Infrastruktur und angemessener gesellschaftlich-kultureller Rahmenbedingungen eine entsprechende Ausstattung der Humanressource erforderlich. Bildung und Ausbildung werden so zum wichtigsten Standortfaktor in der globalen Weltwirtschaft (Jung 1998: 69f.).

3.6 Die Steuerung des Globalen

Die Lernenden sollen erkennen, dass die Globalisierung der Steuerung durch die Politik bedarf. Nicht zuletzt die Asienkrise hat die strukturelle Fehler der derzeit verfassten Globalisierung verdeutlicht und das Modell der marktgesteuerten Globalisierung entzaubert. So werden seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems (vgl. Kap. 3.3) zur Stützung der floatenden Währungen (flexible Wechselkurse) große Geldsummen benötigt, die den finanziellen Spielraum nationaler Volkswirtschaften einengen und Finanzjongleure zu Spekulationen ermuntern (Kasinokapitalismus). Wie die Beispiele der Tigerstaaten aber auch Russlands und Mexikos zeigen, sind zur Begrenzung des von Spekulanten angerichteten Schadens Summen in der Größenordnung eines dreistelligen Millionenbetrags (in Dollar) erforderlich. Diese Darlehen des Internationalen Währungsfonds sind öffentliche Mittel der Mitgliedsländer, ihre Rückzahlung hemmt die wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Länder über Jahre, zumal sie in einer nunmehr geschwächten Währung erfolgt. Ebenfalls zwingt die Globalisierung im Rahmen der Aufrechterhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Staaten zur Anpassung von Staatseinnahmen und -ausgaben, was zum Herunterkonkurrieren von Leistungen des Staates und der sozialen Sicherung führt, ohne dass deren Abbau durch internationale Standards begrenzt wird (Prinz/Beck 1999: 14).

Bereits auf dem 29. Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 1999 waren mit Blick auf die Asienkrise Stimmen laut geworden, die eine Wiederversöhnung der Marktphilosophie mit sozialen Zielen forderten (Simonitsch 1999: 3). Gegenwärtig verweist das finanzpolitische Chaos Argentiniens darauf, dass die internationale Staatengemeinschaft mit Antworten auf Währungskrisen keinen Schritt vorangekommen zu sein scheint. Mit Blick auf die fatalen Folgen für die Akzeptanz von Globalisierung gelangt Petra Pinzler (2002:2) zu der traurigen Erkenntnis, dass Entwicklungsländern erst falsche Ratschläge erteilt, dann hohe Kredite für falsche Politik gezahlt würden, die am Ende der Mittelstand und die Armen abzutragen hätten.

Hinsichtlich der globalen Entwicklung in den nächsten vier Jahrzehnten hat die Gruppe von Lissabon (1997: 118-127) sechs mögliche Szenarien (Apartheidszenario, Überlebens-Szenario, Pax-Triadica-Szenario, Szenario nachhaltige globale Integration, Gatt-Szenario, Szenario regionaler Integration) offengelegt und hinsichtlich ihrer Eintreffenswahrscheinlichkeit bewertet. Die beiden positivsten Szenarien (regionalisierte Integrationsszenario, Szenario nachhaltige globale Integration) sollen durch vier globale Sozialverträge (Grundbedürfnisvertrag, Kulturvertrag, Demokratievertrag, Erdvertrag durchgesetzt werden (Gruppe Lissabon 1997: 172 -181). Vorschläge, das globale System auf einen positiven Kurs mit gerechten Folgen zu lenken, sind vielfältig, oftmals stoßen sie an die Grenzen der gegenwärtigen marktliberalen Ordnung:

3.7 Global Governance - eine Zukunftsperspektive zur Rückgewinnung der Steuerungsfähigkeit?

Die politischen Folgen der Globalisierung für den traditionellen Nationalstaat erscheinen gravierend: Großkonzerne können durch ihre Standortwahl, Investitionen und Steuerzahlungen volkswirtschaftliche Entwicklungen entscheidend beeinflussen und somit auch über das Wohl und Wehe einer Regierung mitbestimmen, Finanzspekulationen vermögen heute durchaus über den Kurs einer nationalen Währung zu entscheiden und stürzen dadurch mitunter Staaten ins Chaos (Voigt 1998: 337). In demokratietheoretischer Hinsicht werfen diese Entwicklungen insbesondere die Frage nach der Legitimität politischer Prozesse auf, wenn die hierfür demokratisch legitimierten staatlichen Institutionen wie Parlament und Regierung offensichtlich zusehends an politischer Entscheidungskompetenz verlieren.

Angesichts dieser Entwicklungen wurde Mitte der 1990-er Jahre zunächst in einer Studie der Vereinten Nationen der Begriff global governance zur Rückgewinnung politischer Steuerungsfähigkeit unter den Bedingungen der Globalisierung geprägt und ist seither in der politischen Debatte. Der Terminus Global Governance wird dabei bewusst von "Global Government" (also "Weltregierung") abgegrenzt und bedeutet dagegen "Weltordnungspolitik". Global Governance richtet sich auf

Vor diesem Hintergrund sollten die Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf Zukunftsorientierung als politikdidaktische Kategorie zu globalem Lernen angeregt werden. Globales Lernen soll die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, die weltweiten wirtschaftlichen und politischen Interdependenzen wahrzunehmen und deren Bedeutsamkeit für das eigene Leben zu erkennen. Dabei ist von Seiten der Schülerinnen und Schüler auch die Bereitschaft und die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel vonnöten, der die eigene Sichtweise erweitert und erst dadurch politische Urteilsbildung ermöglicht. Das Bürger-Sein in einer entgrenzten Welt stellt mithin eine neue Herausforderung für die politische Bildung dar (Ackermann 1998: 18). Der an den Rechten und politischen Prozessen der "Weltrepublik" teilnehmende "Welt-Bürger" (Höffe 1999: 335 ff.) ist zwar noch Zukunftsmusik, gleichwohl bildet er angesichts der fortschreitenden Globalisierung ein zukunftsorientiertes normatives Bürgerleitbild der politischen Bildung.

4. Methodische Anregungen

Die unterrichtliche Umsetzung des Themas kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Didaktisch aufbereitete Materialien ( z.B. Wochenschau 5/2001; Informationen zur politischen Bildung Nr. 263; Bürger im Staat 4/1999, Unterricht Wirtschaft, 3/2001) stehen zu Verfügung, die sowohl eine lehrgangsorientierte Unterrichtung als auch unterschiedliche handlungsorientierte Unterrichtsarrangements ermöglich. So könnten, nach der (kontroversen) Einführung ins Thema, einzelne Schwerpunkte in arbeitsteiliger Gruppen erarbeitet werden. Jeder der genannten Schwerpunkte (Ursachen, Abgrenzung, Weltwirtschaftsordnung, Globalisierungsgrade, Merkmale, Auswirkungen und Steuerung des Globalen) erfordert eine angemessene Motivation und Überleitung (vom Gesamtthema auf das Spezialthema), wobei die erzielten Erkenntnisse wiederum im Gesamtzusammenhang zu verorten sind. Dass eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema den Einsatz wirtschaftlicher Daten und ökonomischer Fachliteratur verlangt, bedarf keiner besonderen Erwähnung.

Als handlungsorientierte Vorgehensweise bietet sich die Projektorientierung an. Aktuelle Ereignisse (Terroranschläge, Währungskrisen, Weltkonferenzen, Globalberichte, Fusionen und ihre Folgen usw.) provozieren Diskussionen, in deren Verlauf deutlich wird, dass "wir mehr über die Globalisierung wissen müssen" (Projektinitiative). Aus ihr entwickelt sich der Verlauf des Projektes, beispielsweise in den Phasen: Ausgangssituation/Projektinitiative, Beratung und Abstimmung über die Initiative, Entwicklung von Betätigungsgebieten, Erarbeitung der Projektschwerpunkte, Präsentation der Ergebnisse/Reflexion (Jung 1997: 24). Je nach Ausstattung der Schule umfassen die präsentierbaren Produkte das breite Spektrum von Collagen/Wandzeitungen bis hin zur interaktiven CD-Rom, ebenfalls sind künstlerische Darstellungsweisen (z.B. Choreographien oder Collagen über Chancen oder Ängste) denkbar. Bei interdisziplinär angelegten Projekten könnten die fachlichen Kerndisziplinen "Wirtschaft und Politik" entsprechend erweitert (Englisch, Datenverarbeitung, Kunst) werden. Trotz des Einsatzes moderner Bildungsmedien dominieren hermeneutische Methoden (Textverständnis), was das Fach Deutsch in allen methodischen Vorgehensweisen als Unterrichtsprinzip integriert. Die Öffnung der Schule kann über Kontakte zu Betrieben, NGOs, Kammern, Gewerkschaften usw. erfolgen; Experten können eingeladen werden. Programmatische Aussagen der Parteien (z.B. Wahlprogramme, Strategiepapiere) stehen ebenso per Internet zu Verfügung wie die Informationen der Globalisierungsgegner.

Anmerkungen

(1) Das System von "Bretton Woods" basierte auf einem internationalen Vertrag, der den nicht wiederherstellbaren Goldstandard durch die Golddeckung des Dollars (1 Unze Feingold = 35 Dollar) und feste Wechselkurse (Bandbreite 2%) zu den Währungen der Mitgliedsstaaten festschrieb. Die US-Zentralbank wurde verpflichtet, in Dollar gehaltene Währungsreserven in Gold umzutauschen. Die Prinzipien der Weltwährungsordnung lassen sich wie folgt zusammenfassen: Konvertibilität der Währungen, Goldeinlösepflicht der Leitwährung, Herstellung außenwirtschaftlichen Gleichgewichts, Garantie fester Wechselkurse und Ausweitung der Handelsbeziehungen bei zunehmender Liquidität durch die Vermehrung internationaler Zahlungsmittel (Matis/Stiefel 1991: 148f.).

(2) Während sich in den Welthandelsorganisationen (IWF, Weltbank) der Stimmenanteil aus der Höhe der Kapitaleinlagen ergibt, was die reichen Industrieländer Entscheidungsprozesse kontrollieren lässt, besitzt in der UNO jedes Land nur eine Stimme.

(3) Als Beispiel beschreibt Robert Reich eine professionelle Eishockeyausrüstung, die "in Schweden entworfen, in Kanada finanziert und in Cleveland (Ohio) und Dänemark zum Vertrieb, in Nordamerika beziehungsweise Europa montiert, ... aus Kunststoffen gefertigt, deren molekulare Struktur im US-Staat Delaware erforscht und patentiert wurde und die in Japan erzeugt werden". Die zur Platzierung des Produktes erforderliche Werbekampagne wurde in "Großbritannien erdacht, Filmaufnahmen dazu werden in Kanada gedreht, in Großbritannien synchronisiert und in New York geschnitten" (Reich 1996, S. 125ff).

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KeyWords: Globalisierung, Globalität, Globalisierungsdebatte, Globalisierungsprotest, Internationalisierung, Regionalisierung, Entgrenzung, Vernetzung, Informations- und Kommunikationstechnik, Transportkosten, Kondratieff-Zyklus, Krise, Asienkrise, Weltwirtschaftsordnung, Gerechtigkeit, Weltwährungsordnung, Bretton Woods, Regulierung, Deregulierung, Liberalisierung, Welthandel, GATT, WTO, IWF, Nationalstaat, politische Steuerung, Steuerungsfähigkeit, NGO, Nichtregierungsorganisation, global governance, global government, Weltregierung, Standort Deutschland, Standortwettbewerb, politische Bildung, Politikunterricht, Sekundarstufe II, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, globales Lernen, Projektorientierung

 

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