Ökonomie, Soziologie und Didaktik der Globalisierung - Vier Rezensionen
Economics, Sociology and Didactics of Globalization - Four Reviews
Reinhold Hedtke
Zur Globalisierung sind eine Vielzahl von Titeln erschienen. Ich wähle hier exemplarisch zwei fachwissenschaftliche Einführungen und zwei didaktisch orientierte Sammelbände aus.
Die beiden fachwissenschaftlichen Bücher sprechen ein breites Publikum an und beschäftigen sich mit der Globalisierung in didaktischer Absicht. Während von Weizsäcker der Argumentation von Ökonomen im Globalisierungsdiskurs Gehör verschaffen will und mit markt- und demokratietheoretischen Modellen arbeitet, beabsichtigt Reimann eine kultursoziologische Analyse der Weltgesellschaft und verwendet dafür ein Modell globaler Kommunikationsnetze. Beide Autoren betrachten die Globalisierung und ihre Folgen aus einer optimistischen Perspektive.
Weizsäcker, C. Christian von (2000): Logik der Globalisierung. [The Logic of Globalization] (Kleine Reihe) Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2. Aufl. 173 S., 10,90 Euro. ISBN 3-525-34010-9.
Der Autor stellt sein Thema in eine dezidiert ökonomische und didaktische Perspektive. Der Text hat drei Kapitel: Grundlagen (Marktwirtschaft und Demokratie), Spielräume und Anpassungszwänge nationaler Politik und Ordnungsrahmen für die globale Marktwirtschaft. Weizsäcker nutzt die Debatte um die Globalisierung, um zugleich die Überlegenheit der ökonomischen Analyse und marktwirtschaftlicher Koordinationsmechanismen zu demonstrieren. Ausgehend von der Annahme, Effizienz sei erwünscht, erscheint Globalisierung als ein ökonomischer, seit zwei Jahrhunderten einschlägiger und eher unproblematischer Prozess, der Wachstum und Wohlstand schafft. Er gründet vor allem auf (auch internationaler) Arbeitsteilung und Professionalisierung, Ausdehnung von Freihandel und Wettbewerb, economies of scale sowie zunehmender Entscheidungs- und Handlungsfreiheit der Individuen gründet. Anlass sich aus ökonomischer Sicht explizit mit Globalisierung zu beschäftigen bieten weniger deren - alt bekannte - Phänomene und Ursachen als vielmehr die derzeit gesteigerte öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema: der Ökonom möchte die Debatte nicht allein Politologen und Soziologen überlassen.
Im Wesentlichen bezieht sich Weizsäcker auf standardökonomische Argumentationsmuster, die er um die institutionenökonomische Figur der Delegationsverhältnisse (Prinzipal-Agent-Theorie) ergänzt; diese erweist sich als recht fruchtbar, um Status-Quo-, Kurzfrist- und Langfristorientierungen von Akteuren und die damit verbundenen Effizienzprobleme zu erklären. Erfrischend sind die im Vergleich zu gängigen Klischees manchmal provokant vorgetragenen Positionen, die sich aus einem ungebrochenen ökonomischen Optimismus speisen, und zu klaren Fazits führen wie etwa: "Alle Bevölkerungsteile in Deutschland haben aus der Globalisierung Vorteile gezogen" (S. 56). Weizsäcker sieht in einer entpolitisierten Wirtschaft, also in der Marktwirtschaft, die entscheidende Voraussetzung für die Demokratie (S. 39-43). Das Wachstum des internationalen Finanzmarktes führt er "mehrheitlich" auf das Interesse an Risikoabsicherung, nicht an Spekulation zurück, und "Spekulanten" seien nichts anderes als auf Marktsegmente spezialisierte Akteure, die "anderen Marktteilnehmern einen nützlichen Service der Risikoübernahme und der Verminderung von Marktvolatilität" anbieten (S. 121).
Prägend wirkt das Interesse des Autors, die These zu widerlegen, dass wirtschaftliche Globalisierung die nationale Politik zum Spielball der Weltmärkte und Weltkonzerne mache (S. 48). Um einige Beispiele zu nennen: Für Weizsäcker ist der Spielraum für nationale Sozialpolitik durch die ökonomische Globalisierung größer geworden, da diese größere Produktivität und intensiveren Wettbewerb erzwungen und so die sozialpolitisch verfügbare Masse erhöht habe; zwar definiere der globale Wettbewerb das Niveau des nationalen Wettbewerbslohns, den die Sozialpolitik kaum beeinflussen könne, während sie aber das Verhältnis zwischen seinen Bestandteilen Individuallohn und Kollektivlohn relativ autonom gestalten könne (S. 61-64). Nationale Politik könne deshalb entscheiden, wie stark sie den Sozialstaat ausbauen wolle, und der Vorwurf des Sozialdumpings entbehre jeder Grundlage (S. 65). Ähnliche Handlungsspielräume attestiert er der nationalen Umweltpolitik, soweit es um nationale Umweltgüter geht: Verstärkter nationaler Umweltschutz wirke sich nur wie eine Reallohnssenkung aus, was eben der Preis für die erhöhte Nachfrage nach dem Gut Umwelt sei (S. 71-76).
Erfreulich sind die klare, gut strukturierte und stringente Argumentation, die den Text als Basislektüre für Leistungskurse oder Grundseminare gut geeignet macht. Hier wird ein leicht zugänglicher standardökonomisch-institutikonenökonomischer Standpunkt zur Globalisierung vorgetragen, der sich allerdings mit recht wenig empirischem Material begnügt. Die Stringenz der Argumentation, die Verständlichkeit der Sprache und die Provokanz der Thesen machen Weizsäckers Buch zu einer spannenden, anregenden und zur kritischen Auseinandersetzung herausfordernden Lektüre.
Reimann, Helga (2002): Globalisierung. Die universelle Herausforderung. [Globalisation. The Universal Challenge]. Konstanz: UVK. ISBN 3-89669-924-5, 189 S., 14,90 Euro.
Das Buch beschäftigt sich aus soziologischer Sicht mit grundlegenden Veränderungen der globalen Kommunikation und Kultur, mit ökonomischen Prozessen, Migration, globaler Politik und dem Bildungsleitbild des Kosmopoliten. Es richtet sich offensichtlich als Einführung an ein sehr breites Publikum, ist thematisch und historisch sehr weit gespannt und arbeitet mit einem stark kultursoziologischen Akzent. Globalisierung wird als säkularer "Prozess der Zunahme und Beschleunigung weltumspannender Kommunikation und Interaktion" aufgefasst, "der zum Entstehen gemeinsamer Kulturen und Institutionen führt" (S. 173). Die Autorin beschreibt ausführlich die damit verbundenen Phänomene in den Bereichen neue Transportmittel und Medien, Satellitenfernsehen, Verbreitung von Englisch als globaler Sprache, Diffusion und Mischung von Kulturen, ökonomische Verflechtung, Migration, Bildung von global cities, Weltprobleme und das Bemühen um eine Weltordnung sowie die Herausbildung eines neuen Weltbürgers. Politische und politikwissenschaftliche sowie ökonomische und wirtschaftswissenschaftliche Perspektiven kommen kaum vor. Aus Reimanns Sicht sind "die computergestützten 'neuen Medien' (...) von außerordentlich großer Bedeutung, sie haben den Globalisierungsprozess entscheidend vorangetrieben" (S. 16). Insgesamt schreibt sie der Transport- und Informationstechnik und den neuen Medien eine zentrale Rolle für die Globalisierung und die Entstehung einer globalen Kultur zu (S. 17-35).
Reimann betrachtet die Globalisierung - ganz im Gegensatz zu Weizsäckers These der ökonomischen Kontinuität - als ein wirklich neues Phänomen (S. 9), verfolgt ihre Triebkräfte über Jahrhunderte hinweg zurück, skizziert theoretische Konzepte zur Globalisierung, ihren Formen und Fundamenten (z. B. Beck, Bourdieu, Featherstone, Luhmann, Münch, Sassen, Wallerstein, Weber) und präsentiert ihre Folgen in einem optimistischen Gesamtbild. Negatives und Kritik werden vorgestellt, treten aber im Gesamturteil zurück. So urteilt Reimann etwa, dass das kulturelle Szenario so bunt und vielfältig wie nie zuvor [ist]; von kultureller Homogenisierung durch den Prozess der Globalisierung kann nicht die Rede sein", wenngleich Kommerzialisierung, Rationalisierung und Instrumentalismus global würden (S. 108). Für die Industrieländer "gibt es bisher keinen Grund, (...) die ökonomische Globalisierung zu fürchten"; allerdings könnte sich der Abstand zu den Entwicklungsländern noch vergrößern (S. 125). Auch hier argumentiert sie ähnlich wie Weizsäcker.
Vom Anspruchsniveau her eignet sich der Text eher als Einführung für sozialwissenschaftliche Grund- oder Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe als für soziologische Lehrveranstaltungen an Hochschulen. Der Stil ist eher journalistisch, die Argumentation wechselt oft und schnell zwischen einer abstrakten und einer sehr konkreten Ebene - bis hin zur ausführlich dargestellten Trivialität. Dennoch bietet es denjenigen, die sich mit den (kultur-)soziologischen Konzepten zur Globalisierung noch nicht beschäftigt haben, einen leichten, manchmal vielleicht zu einfach gehaltenen Zugang dazu.
Butterwegge, Christoph; Hentges, Gudrun (Hg.) (2002): Politische Bildung und Globalisierung. [Civic Education and Globalisation]. Opladen: Leske+Budrich. ISBN 3-8100-2602-6, 320 S., 19,00 Euro.
Der Sammelband mit 16 Aufsätzen gliedert sich in sieben Kapitel: Grundlagen und geschichtlicher Hintergrund, Globales Lernen, Ökologisches und solidarisches Lernen, Lernen und Geschlechterverhältnis, Rechtsextremismus als Herausforderung für die politische Bildung, Handlungsorientiertes Lernen, Perspektiven der politischen Bildung im Zeichen der Globalisierung. Elf der hier versammelten Beiträge beschäftigen sich nicht mit der Globalisierungsthematik oder gehen mit einem Schlenker nur pro forma darauf ein. Der Titel verspricht etwas, was das Buch nicht halten kann, und das bietet Käuferinnen und Leserinnen zu wenig Transparenz.
Seltsamerweise verzichtet das Buch weitgehend darauf, einen Überblick über einschlägige sozialwissenschaftliche (ökonomische, politikwissenschaftliche, soziologische ...) Analysen des Globalisierungsprozesses und sowie die politischen Grundpositionen dazu zum Ausgangspunkt politikdidaktischer Überlegungen zu machen. Nur Butterwegge versucht das ansatzweise in seinem Beitrag ",Globalisierung, Standortsicherung und Sozialstaat' als Thema der politischen Bildung". Neben Butterwegge gehe ich auf zwei weitere Aufsätze, die den Buchtitel ernstnehmen (Seitz, Lernen für ein globales Zeitalter; Nonnenmacher, Schule im "nationalen Wettbewerbsstaat"), kurz ein.
Butterwegges Text kommt trotz seiner nationalen Perspektive dem Thema des Buches inhaltlich noch am nächsten. Zunächst verweist er auf die Widersprüchlichkeit der Globalisierungsprozesse und ihrer wissenschaftlichen Beobachtung. Dann skizziert er aus kritischer Sicht das "neoliberale Projekt" und analysiert seine Bezüge zu Globalisierung, Sozialstaatskritik, (De-)Regulation, Standortpolitik und Nationalismus. Im nächsten Schritt stellt er Alternativen zum Neoliberalismus vor, um schließlich die Aufgaben politischer Bildung neu zu formulieren: "Die neoliberale Standortlogik widerlegen und Solidarität neu begründen!" (S. 93). Da ein "hohes Maß an Unklarheit und Verwirrung" über Phänomene, Ursachen und Folgen der Globalisierung herrsche, seien Gegeninformation und Gegenargumente notwendig (S. 101). Politische Bildung müsse über die politischen Weichenstellungen, die unter dem Zeichen der Globalisierung erfolgen, kritisch informieren und aufklären, "sich einmischen und Partei für die Opfer einer neoliberalen Modernisierung ergreifen, auch wenn ihr das von interessierter Seite (...) den Vorwurf mangelnder Objektivität, Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit einträgt" (S. 102).
Dieser Versuch, die eigene Position vorbeugend gegen Kritik zu immunisieren, ist durchaus angebracht, da der Beitrag wohl mehr als politische Kampfschrift denn als nüchterne wissenschaftliche Argumentation zu verstehen ist. Das legt auch seine Sprache nahe: "zutiefst inhumane Ideologie des Neoliberalismus" (S. 78), Neoliberalismus als "Wirtschaftstotalitarismus" (S. 82), "neoliberale[r] Wettbewerbswahn" (S. 87), "neoliberaler Hochleistungsfetischismus" (S. 99), "Menschenbild einer Sklavenhaltergesellschaft" (S. 99).
Butterwegge argumentiert zu recht gegen einen "Globalisierungsdefätismus" und betont, dass Globalisierung politisch gestaltbar ist (S. 89). Auch dass der Neoliberalismus den Globalisierungsdiskurs für sein politisches Projekt instrumentalisiert, ist eine wichtige Einsicht. Zugleich zeichnet Butterwegge aber den Neoliberalismus - und der, nicht die Globalisierung ist eigentlich sein Thema! - als eine Horrorgestalt, der fast alle Übel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zuzurechnen sind. Damit kehrt er die Diagnose des extremen Neoliberalismus, der den Sozialstaat für alles Schlechte verantwortlich macht, einfach um, so dass dieser selbst nun als Hauptübeltäter erscheint. Aus dieser alarmistischen Grundposition, die keine Zwischentöne kennt, resultieren reihenweise Kurzschlüsse: "Wenn renommierte Wissenschaftler von einem 'Kampf der Kulturen' (...) sprechen, wundert es nicht, dass Jugendliche zur Gewalt gegenüber Migranten greifen" (S. 84). Zu den Privatisierungstendenzen wird diagnostiziert: "Letztlich schließen sich das Prinzip 'Markt' und das Prinzip 'öffentliche Aufgaben in einem demokratischen Staat' wechselseitig aus" (S. 84). Zur Politik- und Demokratiedistanz von Jugendlichen heißt es, die "scheinbare Übermacht der Ökonomie (...) zerstört den Glauben junger Menschen an die Gestaltbarkeit von Gesellschaft, treibt sie in die Resignation und verhindert so demokratisches Engagement" (S. 88). Schließlich: "Mit dem Wohlfahrtsstaat würde auch die moderne Demokratie sterben" (S. 100).
Die politische Bildung sei noch nie so bedroht und zugleich so bedeutsam gewesen wie heute; kritische Erkenntnis und politisches Interesse von Jugendlichen, aber auch politische Kultur und eine neue Kultur der Solidarität hingen von ihr ab (S. 95, 97, 99). Die neoliberale Modernisierung, die sich meist als Globalisierung tarne, "erfordert einen Paradigmenwechsel in der politischen Bildung", die sich auf ihre "Wurzeln in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung" sowie auf "Interessen- und Konfliktorientierung" besinnen und solidarisches Lernen gegen Neoliberalismus, Standortwettbewerb und "Verabsolutierung" einer "ökonomistischen Leistungsideologie" setzen müsse (S. 95). Zu recht betont Butterwegge, dass politische Bildung die Kardinalfrage stellen müsse, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Aber als Antwort darauf erlaubt er nur zwei Alternativen, die er "Konkurrenzgesellschaft" und "soziale Bürgergesellschaft" nennt; die erste hat ausschließlich negative Merkmale, in der zweiten wendet sich alles zum Guten (S. 100). Ein Drittes gibt es nicht. Auf diese Kardinalfrage "die richtigen Antworten zu geben heißt, den Neoliberalismus mitsamt seinem Konzept der 'Standortsicherung', aber auch den sich modernisierenden Rechtsextremismus, Nationalismus und Rassismus erfolgreich zu bekämpfen" (S. 100). Butterwegge weiß also, was richtig und was falsch ist, und will politische Bildung dafür instrumentalisieren, ihre Adressaten von der Richtigkeit dieser Antworten zu überzeugen. Relativierungen, die auch anderen Standpunkten ihr Recht einräumen, kommen zwar vor (S. 96), gehen aber im Schwarz-Weiß-Schema leicht unter. Ganz abgesehen davon: Politische Bildung zum Mittel im Kampf gegen "den Neoliberalismus" zu machen überfordert sie völlig und ist als fachdidaktische Intention nicht legitim.
Auf zwei weitere Beiträge möchte ich abschließend kurz hinweisen. Frank Nonnenmacher kritisiert eine ganz andere Form der Instrumentalisierung politischer Bildung. Diese versucht, den Globalisierungsdiskurs für eine Umwertung von Begriffen zu nutzen. Er warnt davor, dass pädagogische, auf Aufklärung zielende Begriffe wie Eigenverantwortlichkeit, Subjektorientierung, Flexibilität, Teamfähigkeit und Handlungsorientierung im Sinne einer "totalen Anpassung an die Erfordernisse der sich rasant beschleunigenden Industrie- und Medienwelt" umgewertet werden (S. 244). Statt dessen plädiert er für eine Stärkung des Propriums politischer Bildung, der "Gesellschaftsanalyse und Herrschaftskritik" (S. 249).
Klaus Seitz setzt sich kritisch mit der Konzeption des Globalen Lernens auseinander, einer Weiterentwicklung der entwicklungspolitischen Bildung, und wirft ihr vor allem soziologische und politikwissenschaftliche Ignoranz vor. Seitz zieht dem pragmatischen Konzept einer internationalen Bildung mit dem Leitmotiv der globalisierungsgerechten Förderung von nationalem Humankapital eine weltbürgerliche Erziehung vor, die den Anachronismus nationalstaatlicher Interessenpolitik überwindet.
Insgesamt schätzt die in diesem Buch repräsentierte fachdidaktische Diskussion die Globalisierung sehr viel pessimistischer ein als die beiden hier vorgestellten didaktisierten fachwissenschaftlichen Publikationen. Diesen Befund kann man vielleicht für die Politikdidaktik tendenziell verallgemeinern, für die Sozialwissenschaften dagegen keineswegs.
Meendermann, Karin; Meyer, Heinz; von Olberg, Hans-Joachim (Hg.) (2002): Ist die Globalisierung politisch beherrschbar? [Can Politics Govern Globalisation?]. (Münsteraner Forum zur politischen Bildung; 2). Münster: Waxmann. ISBN 3-8309-1133-5, 121 S., 19,00 Euro.
Dieses Bändchen vereint sieben Texte, die im Rahmen einer Tagung entstanden sind. Es gliedert sich in einen fachwissenschaftlichen Teil mit einführenden Beiträgen aus den Perspektiven von Politikwissenschaft, Ökonomie und Erziehungswissenschaft und einen fachdidaktischen, der Aufsätze aus Sicht der Wirtschaftsdidaktik und der Didaktik der Sozialwissenschaften (Kants Friedensschrift) sowie zum entwicklungspolitischen Lernen und zur Schule im Agenda-21-Prozess enthält.
Die beiden sozialwissenschaftlichen Einführungstexte sind materialreich und anregend. Kontroverse Kommentare wird der Beitrag von Jan Karpe "Globalisierung und politische Bildung" provozieren, da er für Deutschland eine "Globaphobia" als "Ausdruck mentaler Verkrustung" diagnostiziert und von der politischen Bildung verlangt, Globalisierung auch als chancenreiche Entwicklung zu verstehen und nicht nur einseitig deren Risiken zu betonen.
Hans-Joachim von Olberg schlägt vor, mit Jugendlichen Kants Schrift "Zum ewigen Frieden" unter rechtsphilosophischen und völkerrechtlichen Aspekten zukunftsbezogen zu lesen und skizziert eine entsprechende Unterrichtseinheit.
KeyWords: Keywords: Globalisierung, Globalisierungsprozess, Globalisierungsdiskurs, Weltgesellschaft, Weltwirtschaft, Ökonomie, Wirtschaftswissenschaft, Volkswirtschaftslehre, Institutionenökonomie, Soziologie, Kultursoziologie, Erziehungswissenschaft, Freihandel, Wettbewerb, Sozialdumping, Arbeitsteilung, Professionalisierung, Effizienz, Prinzipal-Agent-Theorie, nationale Politik, globale Kommunikation, globale Kultur, Beschleunigung, Kosmopolit, Weltbürger, Weltordnung, neue Medien, Transporttechnik, Informationstechnik, globales Lernen, sozialwissenschaftliche Bildung, politische Bildung, Politikdidaktik, Standortsicherung, Sozialstaat, Nationalismus, Rechtsextremismus, Neoliberalismus, Wohlfahrtsstaat, Kant
(c) 2002 sowi-online e.V., Bielefeld
Leading Editor of jsse 1-2002: Reinhold Hedtke
Verantwortlich für diese Seite: Reinhold Hedtke
WWW-Presentation: Norbert Jacke
Processing: Lea Holtmann
URL: http://www.jsse.org/2002-1/rezensionen_hedtke.htm
Publishing date: 31.07.2002
Corrections: 01.08.2003
